Begegnung mit dem Islam: Weisheiten aus der Risale-i Nur Sammlung

Der Mensch im Islam - Eine Entdeckungsreise - Teil 5

Season 3 Episode 5

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Gedanken aus der Risale-i Nur  Sammlung von Bediüzzaman Said Nursi.

Die Worte - Vierundzwanzigstes Wort - Fünfter Ast - Erste Frucht

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Meine Gedanken zur Hadsch:


Hadsch 2025 – Die erste Generalversammlung der Vereinten Nationen


Der Hadsch als Vision für interreligiöse Solidarität


Die englische Version für diesen Podcast ist HIER

Musik © "Uyan Ey Gözlerim" Duet Guitar And Ney, Vol.1 by Eyüp Hamiş

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Rappisrahli Sadri Wyasili Amri Ahlulukdatam Ilisani Yafkahu Kawli. In weniger als zwei Wochen erreichen wir inshallah das Opferfest, Idul Atha, Kurban, wie wir im Türkischen sagen. Und es ist natürlich eine sehr gesegnete Zeit. Wir sind im Monat Sul Hajja, das heißt, die Pilger, unsere Vertreter, unsere Geschwister machen sich auf den Weg zur Hadj, eine der Säulen oder Pfeilen des Islam, der islamischen Praxis, ist die Hajj, die große Pilgerfahrt zu verrichten. Und natürlich ist das dann eine wichtige Gelegenheit, einen Moment innezuhalten und sich zu fragen, worum geht es bei der Hajj, worum geht es bei dieser Pilgerfahrt, warum ist das Allah so wichtig, dass jeder Mensch, der finanziell und gesundheitlich, körperlich in der Lage ist, diese anstrengende Reise zu begehen, dass dieser Mensch angehalten ist, diese Säule des Islam zu erfüllen. Und alle Rituale im Islam haben immer so eine endlose, tiefsinnige Bedeutung. Es gibt so viele Weisheiten und ich kann da jetzt Tage, Wochen, Jahre mich damit beschäftigen, darüber zu reflektieren. Aber ich wollte Sul Hidjah und die Pilgerzeit als Anlass dazu nehmen, um ein bisschen selbst darüber zu reflektieren, worum es bei dieser Hadsch geht. Und vor allem erinnern wir uns an Ibrahim a. an den Propheten Abraham, an seine Familie, denn das ist die Hajj. Die Hajj ist nichts anderes als eine Wiederbelebung, eine Erneuerung der abrahamitischen Religion, der abrahamitischen Tradition, dieser Rituale. Das heißt, wenn man sich auf der Pilgerfahrt begibt, auf die Pilgerfahrt Pilgerreise begibt, erinnert man sich an die Familie von Ibrahim a, an Ismail a.s., an den Gesandten Abraham, den Gesandten Ishmail, an unsere Mutter Hajar. Und diese ganze Begebung, dieses ganze Ereignis dehnt uns dazu ein oder ladet uns dazu ein, dass wir uns an diesen Urmoment erinnern, worum es ging mit dieser Familie, dieser gesegneten Familie. Und Abraham, wir wissen ja, ist der Urvater der monotheistischen Religionen. Das heißt, wir sind mit allen monotheistischen Religionen in dieser Weise stark verbunden. Das heißt, die Ismailiten, die Muslime, die, wie sagt man, die Vorfahren vom Propheten Muhammad gehen alle, haben diese prophetische Genealogie. Das heißt, wir alle haben unsere Wurzel im Propheten Abraham, der natürlich im Koran so oft erwähnt wurde und sich immer auf diese Suche begeben hat, die eigentlich die Suche jedes Menschen ist. Die Suche nach dem Schöpfer, die Suche nach der Bedeutung des Lebens, nach dem Sinn des Lebens. Und in Ibrahim a.s. finden wir uns alle wieder, diese existenziellen Fragen, in denen Ibrahim a sich die Frage stellt, wer ist mein Schöpfer? Wer ist mein Schöpfer? Und wir können uns in seine Situation reinversetzen, dass wir alle in diesem Kosmos, wir sind alle auf diesem Planeten, ja, wir sind auf dieser Erde platziert, aber wir haben diese existenziellen Fragen. Wer bin ich, woher bin ich gekommen, wohin gehe ich? Und gibt es einen Schöpfer, gibt es einen Gott, gibt es einen Ernährer, einen Beschützer? Und im Koran können wir uns natürlich in der Person vom Propheten Abraham wiederfinden. Das heißt, dieser Pilgermonat ist nochmal so in einer Einladung, sich in seine Präsenz zu begeben, dass der Prophet Ibrahim uns eigentlich sagt, das ist deine Geschichte, das ist deine existenzielle Reise, das ist deine existenzielle Suche. Und wir sind alle auf der Suche nach unserem Platz in diesem gewaltigen, endlosen Universum. Und natürlich für mich ist einer der größten, für mich ist Ibrahim a. einfach ein Held, spiritueller Held, Ismail a.s. Und unsere Mutter Haj. Jeder von ihnen zeigt uns so auf eine kraftvolle Weise, wie man so diese Beziehung, diese Bindung mit Allah herstellen muss. Und um mit Ibrahim zu bleiben, als Mutter, als trauernde Mutter, für mich, und das hatte ich, glaube ich, schon mal erwähnt, letztes Jahr oder vor zwei Jahren, am Opferfest oder in dieser Begebung des Opferfestes fällt mir immer ein oder muss ich mich immer an seine gewaltige Liebe, an seinen Schöpfer erinnern. Wir wissen, dass Ibrahim a. sein Sohn, sein Kind Ismail sehr, sehr geliebt hat. Und das ist, glaube ich, so die größte Liebe, die man sich vorstellen kann. Diese reine, diese pure, diese selbstlose Liebe gegenüber seinem Kind. Ein Vater und eine Mutter gegenüber seinem Kind empfindet. Und man würde sich selbst aufopfern für sein Kind. Man würde sich selbst ins Feuer werfen, um sein Kind zu retten. Man möchte immer nur das Beste für sein Kind. Wenn man aufwacht, denkt man das an, dass der erste Gedanke ist, das Kind. Und der letzte Gedanke, bevor man schlafen geht, ist das Kind. Die Gebete sind für die Kinder, für die Nachfahren. Aber das ist diese größte, selbstlose, reine Liebe, die man als Eltern für die Kinder empfindet. Und in Ibrahim sehen wir das. Wir können uns da wiederfinden als Eltern, aber auch für diejenigen, die noch nicht Kinder haben oder die keine Kinder haben. Es geht darum, diese größte Liebe, die man hat im Leben, die man empfindet, diese gewaltige Liebe, dass die sogar im Vergleich zur Liebe Allahs nichts ist. Dass er bereit war, seine Liebe zu seinem Kind, das Größte, was er besitzt hat, aufzuopfern. Und das ist so diese größte Botschaft, glaube ich, im Opferfest für mich, aber auch diese absolute Liebe für Allah, die so Top Priority ist, die so wichtig im Herzen eines Menschen, eines Gläubigen ist, dass man sagt, ja, Allah für dich bin ich bereit, sogar meine Liebe, diese große, gewaltige Liebe aufzuopfern, aufzugeben. Das ist keine kleine Angelegenheit. Das ist so der größte Ausdruck der Liebe Allahs. Es ist so der größte Ausdruck, um Allah zu zeigen, wie sehr man ihn liebt. Und das ist so die größte Liebeserklärung. Das Opferfest ist nichts anderes als eine gewaltige. Als eine gewaltige Heilige Liebeserklärung.

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Das größte Statement. Die größte Deklaration, die ein Mensch machen kann. Deswegen ist Ibrahim al-Islam der größte Held der Menschheit, dass er bereit war. Seine Liebe zu seinem Kind die größte Liebe, die er hatte. Das kostbarste, das er hatte. Für Allahs Liebe aufzopfern. Das ist für mich einfach so eine gewaltige, unbeschreibliche Haltung des Menschen. Ich weiß nicht, ob ich bereit gewesen wäre, das zu tun. Und das bedeutet, dass man für Allah, für die Liebe Allahs, sich von allem abwendet in dieser Welt.

SPEAKER_01

Im Herzen. Das bedeutet nicht, dass man sich irgendwie in einer Höhle, in eine Höhle verzieht oder dass man irgendwie sich dieser Welt entfremdet oder dass man dieser Welt flüchtet, sondern im Gegenteil, dass man in der Welt ist, aber dennoch im Herzen. Niemals, niemals Allah vergisst und immer ihn, immer Allah seinen Schöpfer im Fokus hat.

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Und dass man für Allah bereit ist, alles aufzuopfern. Alles. Ich glaube, für mich ist das die größte Botschaft des Opferfestes. Sind wir bereit? Sind wir bereit, für Allah alles aufzuopfern? Sind wir bereit, uns aus dieser Welt zu befreien? Und uns wirklich vollkommen Allah hinzugeben?

SPEAKER_01

Dass sogar die Liebe zu unseren Kindern uns nicht davon abhält, uns nicht irgendwie von unserer größten Liebe niemals irgendwie, wie sagt man, dass wir immer Allah im Blickwinkel haben. Unsere Priorität, die größte Wichtigkeit in unserem Leben. Dass wir verstehen, dass die Liebe dieses Kindes nur ein kleines Schimmer von Allah Liebe ist. Dass er die Quelle dieser Liebe ist.

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Dass er die Ursache ist, dass er derjenige ist, der Al-Habib ist, Al-Wedud ist.

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Der absolut liebevolle, der absolut barmherzige Al-Rahman. Er ist derjenige, der uns durch diese verschiedenen Arten der Liebe auf den Bein hält, der uns ernährt, der uns versorgt durch die Liebe von anderen Menschen. Und das hat Ibrahim a.s. verstanden. Er hat das bezeugt in seiner Haltung. Und sein Sohn, sein Kind hat das auch bezeugt. Das ist so diese ultimative Liebe, die man hat in einer Beziehung mit einem anderen Menschen, das beide bezeugen. Dass beide bezeugen, dass Allah die Quelle der Liebe ist. Dass man sich zusammen ihm zuwendet zu Allah. Und dass man immer einander deswegen verbunden ist, dass man sagt, die Liebe Allahs hat uns einander verbunden. Und für die Liebe Allah werden wir auch bereit sein, alles aufzuopfern. Unsere Zeit, unsere Jugend, unsere Gesundheit, unsere Energie, unser Wissen, unsere Ressourcen, unser Haus, unsere Talente, unsere Begabung, unsere Fähigkeiten, alles ist für Allah. Denn wenn wir all diese Dinge, die von Allah kommen, nicht Allah widmen, dann ist alles vergänglich. Nur wenn wir uns ihm zuwidmen, nur wenn wir uns ihm vollkommen widmen, uns ihm diese volle Hingabe in unserem Leben bezeugen, uns Allah völlig hingeben, diese totale, komplette Hingabe, dann haben wir diesen Tawhid bezeugt, diesen absoluten Monetismus, den Ibrahim a.s. uns als Vorbild vorgelebt hat. Tawheed, ich bezeuge, es gibt nur einen Schöpfer. Und für diesen einen Schöpfer bin ich willig, alles aufzuopfern. Und wenn zwei Menschen, Vater, Sohn, Mutter, Tochter, Ehemann, Ehefrau Allah als ihr Ziel haben, dann kommen sie sich immer wieder, dann kommen sie auch sich selbst gegenseitig näher. Denn das Fundament ist stabil. Das Fundament der Beziehung ist Allah. Und alles andere ist vergänglich. Alles andere ist instabil, unsicher, begrenzt. Aber wenn Allah das Fundament dieser Liebe ist, dieser Beziehung, ob es jetzt in einer Freundschaft, in der Ehe, in der Geschwisterlichkeit ist, egal. Oder mit den Eltern, wenn das Fundament, diese Basis, die Liebe zu Allah ist, dann hat auch diese Beziehung Bestand. Weil man dann dieselbe Sprache spricht, dieselbe Heilige, dasselbe Vokabular spricht, dieselbe Vision hat auf das Leben, dieselben Ziele, dieselben Ziele verfolgt, dieselbe Perspektive hat, diese heilige Vision, diese heiligen Ziele hat, dann wird man sich auch niemals verlieren. Dann hat auch immer alles Bestand. Und ich merke das, ich habe Geschwister in meinem Leben aus der Gemeinschaft seit vielen Jahren. Auch wenn ich sie für Jahre nicht sehe. Aber weil wir Glaubensgeschwister sind, weil unsere Beziehung auf der Basis von Allahs Liebe beruht, ist diese Liebe immer frisch. Es hat immer Bestand. Auch wenn ich monatelang mit diesen Geschwistern nicht rede. Diese Herzensverbindung ist immer da, ist immer intakt, ist immer vollkommen, ist immer stabil. Alhamdulillah. Das ist so diese Botschaft von Ibrahim a. dass er uns aufruft, unsere Prioritäten, unsere Ziele, unsere Gefühle, unsere innere Welt nochmal so zu begutachten und uns selber mal so ein bisschen uns selbst, dieses Muhass, aber diese, wie sagt man, diese Selbstabrechnung zu begehen und zu schauen, ob unsere Beziehungen, unsere Beziehung zu der Welt, ob diese Beziehung, diese Verbindung auf stabilen, auf guten, heiligen Fundamenten beruhen. Und mit Ibrahim a.s. sehen wir ja, dass er auf der Suche nach seinem Schöpfer immer so sein Herz. Sein Herz hat er immer, er hat auf sein Herz gehört. Er hat verstanden, dass in seiner menschlichen Natur diese Liebe zum Unvergänglichen existiert. Das heißt, man möchte eine Liebe, die immer Bestand hat, dass derjenige, den man liebt, derjenige, den man liebt, dass dieserjenige immer präsent ist, immer vollkommen ist, immer unvergänglich ist, immer endlos ist, immer Bestand hat, niemals verschwindet. Aber als Ibrahim alest im Koran, lesen wir und reflektieren wir darüber, wie er seinen Schöpfer versucht zu finden, die Sonne, den Mond, die Sterne ein nach dem anderen begutachtet und am Ende sagt er, kommt er zum Schluss, dass sein Herz nicht etwas lieben kann, was unvergänglich ist, was vergänglich ist. Ist der Eisebilda, was sagt er? Wir erinnern uns an seine heiligen Worte. Ich liebe nicht das, was vergeht. Ich kann das nicht lieben. Ich kann das nicht lieben, was vergänglich ist. Was keinen Bestand hat, was nicht beständig ist, was nicht ewig ist. Die Sonne verschwindet, der Mond verschwindet, die Sterne verschwinden. Mein Herz möchte sich an jemanden annehmen, der immer da ist, der immer präsent ist. Der mich immer hört, der mich immer kennt, der mich mehr kennt, als ich mich selber kenne. Der mich begleitet jederzeit. Den ich immer anrufen kann um drei Uhr nachts oder zwei Uhr nachts, ohne dass derjenige sich beschwert, sondern dass derjenige sich freut. Wer hat so einen Liebsten? Wer hat so eine Liebe? Wer kann so eine Liebe in dieser Welt haben? Diese Liebe gibt es nicht. Man hat kleine Reflexion dieser Liebe, Reflexion, kleine Schimmer, aber am Ende, wie wir hier lesen werden, ist diese Liebe vergänglich. Alles, was man liebt, verlässt einen.

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Alles, was man liebt, vergeht. Man liebt seine Kindheit. Die Kindheit

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vergeht die kindheit ist vergänglich man liebt seine jugend die jugend ist vergänglich sie hat auch keinen bestand man liebt seine schönheit aber auch die schönheit hat keinen bestand sie hat keine ewigkeit man schaut sich um im kosmos ist in ständiger bewegung dinge verschwinden dinge vergehen die karriere die man hat die gesundheit die man hat den Elan den man hat die Energie alles ist vergänglich den Körper, den man liebt, die Verbindung, die man zu all diesen Dingen hat, alles ist vergänglich. Der Körper signalisiert einen. Durch die Falten im Gesicht, durch die weißen Haare, durch die Schmerzen.

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Du bist vergänglich. Ich bin vergänglich. Dein Körper ist vergänglich. Du bist nicht aus Stahl und Eisen.

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Langsam, langsam näherst du dich, deiner eigenen Vergänglichkeit. Die Liebsten, die man in seinem Leben hat. Alle sagen auf Wiedersehen.

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Alle verabschieden sich, verlassen dich oder du verlässt sie. Die Jahreszeiten in ständiger Bewegung. Die Momente, die man hat. Das ist so diese Haltung des Menschen, die existenzielle Haltung. Jeder von uns empfindet das. Das ist die Wahrheit, das sind Fakten, das ist die Tatsache. Jeder von uns ist ein vergänglicher Gast und alle Liebsten, die wir lieben, alles, was wir besitzen. Alles zu was wir Liebe hegen. Alles ist vergänglich. Nichts hat das hat den Siegel der Ewigkeit auf seinem Gesicht. Das ist so diese bittere Wahrheit, diese bittere, aber wahre Erkenntnis, die man sich selber immer wieder in Erinnerung rufen muss. Und deswegen muss man all diesmal einen Weg finden, all diese Dinge, die man liebt, zu retten, in Sicherheit zu bringen. Und wir sehen, dass das nur so geht, wenn man all diese Dinge mit Allah verbindet, dem Ewigen, dem Beständigen, dem Stabilen. Dem Quelle, er ist die Quelle der Sicherheit, der Stabilität, der Beständigkeit, der Vollkommenheit. Alles andere ist vergänglich. Alles andere ist unvollkommen. Man liebt sein Geld, man liebt seinen Besitz, man liebt sein Haus, alles kann in einem Moment verschwinden, ein Erdbeben. Und wir sehen das jeden Tag. Diese Welt ist nicht eine Welt, die einem Sicherheit, Stabilität bieten kann. Deswegen muss man ganz genau in sich hineingehen, wie Ibrahim a.s. Den Kosmos lesen, alle diese Beziehungen nochmal so analysieren und am Ende sagen, ich liebe nicht das, was vergeht. Ich kann nicht Dinge lieben, absolut lieben, die vergehen. Daher muss ich einen Weg finden, all die Dinge, die ich liebe, zu verewigen. Und wie kann ich das, wenn ich diese beständige Beziehung mit Allah habe, wenn ich verstehe und die Einsicht zur Einsicht gelange, dass er der Ewige ist und dass er alles beschützen kann, das ich schätze. Dass er alles in Sicherheit bringen kann, dass ich liebe. Meine Kindheit, meine Erinnerungen, meine Jugend, meine Schönheit, meine Gesundheit, meinen Körper, meine Familie, meine Verwandten, all die Momente, die ich verpasst habe, all die Dinge, über die ich lese, aber nicht erleben konnte. All die wunderbaren Menschen, über die ich lese, aber niemals begegnet bin in dieser Welt. All die schönen Momente, mein Besitz, mein Haus, mein Garten, mein Geld, mein Wissen. Sogar mein Wissen ist vergänglich. Eines Morgens wacht man auf und man hat Alzheimer, Dementia. Man weiß noch nicht, man erinnert sich noch nicht mehr an seinen Namen. Man weiß nicht mehr, wer man ist, man weiß nicht mehr, wo man wohnt. Das ist so diese bittere Wahrheit, das sind diese Fakten, die wir jeden Tag, wenn wir ehrlich mit uns sind, wenn wir diese Wahrheit nicht verleugnen, ist sie evident, die ist offenbar, die ist offensichtlich. Das sind die Fakten. Kriege, Desaster, die Erde, die Ressourcen, alles ist vergänglich. Auch die Erde hat einen Beginn und hat auch ein Ende. Deswegen heißt es hier in der ersten Frucht, im 24. Wort, eine meiner schönsten Abschnitte meiner Lieblingspassagen in der Rissa Lainur. Und wie gesagt, ich bin diesem koranischen Ozean bis in alle Ewigkeit dankbar. Denn Rissa Lainur hat mir wirklich beigebracht, in mich hineinzugehen, mich selber kennenzulernen, hat mich dem Koran nähergebracht, hat mich Allah nähergebracht, hat mich dem Propheten Sassam nähergebracht. Hat mir geholfen, zu dieser inneren Erkenntnis zu gelangen, wie Ibrahim a.s. zu verstehen, wer bin ich eigentlich und was ist mein Platz in dieser Schöpfung. Ismillah, in dieser ersten Frucht heißt es, oh du meine selbstsüchtige Seele. O du meine selbstsüchtige Seele, oh du mein weltanbetender Freund, Liebe, Mahabba or Muhabbit, Liebe Mahabba ist der Anlass für die Existenz dieses Kosmos. Das heißt, Allah wollte, dass wir existieren. Allah wollte, es war Allahs Wille, dass dieser Kosmos existiert. Allah und Wille bedeuten Liebe. Liebe ist der Anlass für die Existenz dieses Kosmos. Und wir haben so viele Dinge, die wir lieben. Diese unendliche Liebe, die Allah in unser Herz gelegt hat. Wir hegen zu allem in diesem Kosmos eine Liebe, eine Neugier. Wir haben zu allem ein Bedürfnis. Wir sind mit allem im Universum innig verbunden. Und wir sind existenziell auf alles angewiesen. Wir sind der Kosmos. Um einen Menschen zu erschaffen, um einen Menschen zu versorgen, braucht man den Kosmos. Der Mensch braucht die Sonne, der Mensch braucht die Wolken, den Regen, den Wind. Der Mensch braucht die Galaxien, der Mensch braucht den Mond. Der Mensch braucht die Erde mit all ihren Mineralien und Vitaminen. Der Mensch braucht die Tiere mit all ihren Begabungen und all ihren Opfern. Der Mensch braucht Gemüse, der Mensch braucht Früchte, der Mensch braucht Sauerstoff, der Mensch braucht Ozeane, der Mensch braucht die Berge. Der Koran ist voll mit diesen Beschreibungen, dass wir in dieser existenziellen Verbindung stehen mit dem Kosmos. Mit allem haben wir eine innige Verbindung, eine existenzielle Verbindung und wir hegen eine Liebe mit allem. Deswegen ist der Mensch gleich Kosmos. Alles, was im Kosmos existiert, existiert im Miniformat im Menschen, im Herzen des Menschen. Das Herz des Menschen ist dieser kleine Samen. Und diesem Samen ist nochmal das Resultat des Paradieses oder der Hölle. Man kann durch seine eigene Lebensweise selber erkennen, in welche Richtung man geht. Wenn man die Dinge tut und die Dinge fühlt und die Dinge glaubt und eine Lebenshaltung annimmt, die Allah, unser Schöpfer, uns offenbart hat, dann fühlt man sich immer, ja, man hat diesen inneren Frieden, man hat diese innere Genügsamkeit, man ist verankert, man ist verwurzelt, man fühlt sich aufgehoben, man fühlt sich sicher, man fühlt sich beschützt. Und das ist so dieses Gefühl des Paradieses, dieser innere Frieden. Man hat keine extreme Angst. Man weiß, dass man, dass derjenige, der einen in diese Welt gesetzt hat, dass derjenige auch einen versorgen wird. Und dass unser Schöpfer uns liebt, er wollte uns. Ich war sein Gedanke, ich war sein Plan, ich war seine Idee, ich war sein Wille, ich war sein Wunsch. Das alleine sollte einem Menschen helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln, seine eigene Würde zu erkennen, seine eigene Ehre, seine eigene wertvolle Bedeutung, dann braucht man sich auch nicht, braucht man auch niemandem hinterherzurennen oder für Liebe zu betteln oder für Anerkennung zu sammeln oder Beachtung zu finden. Das ist so dieses Phänomen, das wir in unserer heutigen Zeit sehen. Jeder möchte gesehen werden, jeder möchte bewundert werden, jeder möchte interessant sein. Und das sind gültige Gefühle, gültige Wünsche, das sind natürliche Wünsche. Aber sie können nicht von vergänglichen Dingen befriedigt werden. Wenn man mit Allah ist und seine Bewunderung, seine Liebe, seine Anerkennung, sein Wohlgefallen gefunden hat, dann hat man diese innere Freiheit. Dann kümmert man sich wirklich nicht so sehr darum, ob man anderen gefällt oder wie andere einen finden. Man hat sich dann befreit, diese innere Freiheit, diese Liberation, dass man, dass man es, das ist so dieses Schöne, wenn man mit Allah ist und er einen kennt und er die Absichten kennt und er einen bezeugt und sieht und die ganze Zeit einem nahe ist, dann ist man frei. Man hat diese innere Freiheit. Er ist derjenige, den ich am Ende meines Lebens begegnen werde. Er ist derjenige, dem ich Rechenschaft ablegen werde. Er ist derjenige, der ein Anrecht hat zu erfahren, wie ich mein Leben gelebt habe, wie ich die gottgegebenen Talente, Begabungen, Fähigkeiten genutzt habe, wie ich all dieses anvertraute Gut, das Leben, all die Ressourcen angewendet habe. Er ist derjenige, dem ich begegnen werde am jüngsten Tag. Und wenn man diese Erkenntnis kultiviert, dann fühlt man sich so frei. Dann ist man kein Bettler für die Liebe von anderen. Dann ist man nicht gefangen und abhängig von der Anerkennung und Beachtung von anderen. Man ist frei. Und die größte Freiheit, die Ibrahim erlangt hat, war diese innere Freiheit, dass er gesagt hat, ich bin nicht an eine weltliche Liebe gebunden. Die Liebe Allahs ist die Liebe, die mir Freiheit schenkt. Alles andere ist sekundär. Und das heißt nicht, dass man die Menschen in seinem Leben nicht beachtet oder nicht schätzt. Aber wenn man die Liebe mit Allah, wenn man diese starke Bindung hat, dann ist man nicht so irritiert von der Haltung und von den Bewertungen von anderen. Das ist dann nicht mehr so diese, das ist nicht so diese Wichtigkeit im Leben. Und das bedeutet dennoch, dass man jedem mit Würde behandelt, mit Respekt, weil dieser Mensch auch von Allah geehrt worden ist. Dieser Mensch wurde auch von Allah auf dieser Welt platziert. Unabhängig von Glauben, Rasse, Alter, sozialem Status, all diese Dinge, Nationalität sind nicht wichtig. Ich weiß, dass der Mensch mir gegenüber auch von Allah erschaffen wurde und geehrt wurde und mit Würde ausgestattet wurde. Das ist Grund genug für mich, in Verbindung mit diesem Menschen zu sein und ihn zu respektieren und ihm das Beste zu wünschen. Deswegen kann im Herzen des Menschen, im Gläubigen, kann kein Hass sein. Ja, man kann gewisse Handlungen ablehnen und verurteilen und versuchen, denjenigen zu reformieren und zur Gerechtigkeit anzuleiten, aber man hegt keinen Hass gegenüber anderen Menschen. Vor allem nicht gegenüber Gläubigen. Es heißt, die Liebe ist der Anlass für die Existenz dieses Kosmos. Zudem ist sie das Band dieses Kosmos. Das heißt, wir sind durch Liebe mit allen verbunden. Ferner ist die Liebe das Licht dieses Kosmos und sie ist sein Leben. Das heißt, wenn Liebe verschwindet, wenn es keine Liebe mehr gibt in der Familie oder wenn Menschen sich gegenseitig keine Zuneigung zeigen oder die Liebe nicht ausdrücken durch Worte und Tat, durch Gebete, durch die Haltung, dann ist diese Beziehung, diese Bindung zur Vergänglichkeit verurteilt, dass man, ja, und wir sehen das auch mit Kindern, wenn man Kindern keine Zuneigung schenkt, wenn man Kinder nicht liebevoll berührt, sie nicht umarmt, sie nicht über dem Kopf streicht, all diese Dinge. Allah hat in all dieser Haltung Liebe und Rahma Barmherzigkeit manifestiert. Und ohne diese Liebe und Zuneigung kann ein Mensch nicht heranreifen, ist immer im Defizit, kann nicht gesund heranwachsen. Das ist einfach ein wissenschaftlicher Fakt, das ist eine Tatsache, dass Menschen, die niemals Liebe erfahren haben, niemals umarmt wurden, niemals beachtet wurden, nie ein Lächeln bekommen haben. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns gegenseitig diese Liebe und Zuneigung zeigen, diese warmen Worte, diese Lobpreisungen, diese Motivation. Und das kostet nichts. Aber dennoch gibt es viele und ich bin bestimmt auch nicht unschuldig davon oder eine Ausnahme, ich bin keine Ausnahme, dass wir zum Beispiel Worte, freundliche Worte, Lob oder Lobpreisung, anerkennende Worte, Anerkennung, Motivation, dass das immer wenig ist. Es kostet nichts. Aber das macht so viel aus, wenn ein Mensch diese Worte hört von einem anderen. Diesen Lob, diese Anerkennung, diese Bewunderung. Wir alle wollen interessant sein, wir alle wollen gesehen werden, wir alle wollen geschätzt werden. Das ist einfach ein natürliches Bedürfnis. Und Allah sagt auch, dass wir diejenigen, die keine Dankbarkeit gegenüber Menschen zeigen, sind auch gegenüber Allah undankbar. Das ist ein Hadith. Das heißt, diejenigen, die geizig sind und keine Dankbarkeit empfinden gegenüber anderen, sind, haben auch keine Dankbarkeit, empfinden auch keine Dankbarkeit gegenüber Allah, weil Allah hat diesen Menschen in mein Leben gesetzt. Allah hat diesen Menschen, hat mich mit diesen Menschen versorgt. Und deswegen ist Dankbarkeit, Schuker, Liebe, Anerkennung, Bewunderung. Ganz oft Dankeschön zu sagen, ist ein Weg, um diese Liebe zu ernähren, zu stärken, aufrechtzuerhalten. Und darum geht es eigentlich im Islam. Alles im Islam, all die ganzen Rituale, prophetischen Verhaltensweisen, sind darauf bedacht, diese Liebe zu stärken, dass man seine Nachbarn gut behandelt, dass man seine Nachbarn einlädt, dass man seine Nachbarn, seine Geschwister bewirtschaftet, dass man Gastgeber, dass man Gastfreundschaft zeigt, dass man für Menschen kocht, dass man Gäste in sein Haus einlädt, dass man Solidarität zeigt, dass man in der Nachbarschaft oder in der Gemeinschaft diejenigen, die krank sind, besucht, diejenigen, die ihre Liebsten beerdigt haben, dass man ihnen Unterstützung zeigt, dass man mit ihnen präsent ist, dass man in deren Gegenwart ist, dass man zusammen weint, sie umarmt, dass man ihnen diesen Support gibt, wenn in freudigen Anlässen, wenn ein Kind geboren ist, dass man Geschenke gibt, dass man einander besucht, dass man diesen neuen Menschen willkommen heißt, dass man eine Akika macht, dass man die Gemeinschaft zusammenbringt, all diese Dinge sind prophetische Praktiken, um diese Liebe zu stärken und aufrechtzuerhalten, stabil zu halten für Allah. Und wenn man das im Namen Allahs macht, dann ist im Kosmos auch diese Liebe bewahrt und beschützt. Aber wenn Menschen uninteressiert sind, desinteressiert sind, faul sind oder einander geizig sind und sich nicht gegenseitig besuchen, sich nicht gegenseitig diese Gastfreundlichkeit zeigen, nicht großzügig sind mit ihrer Zeit, ihrer Präsenz. Und das ist leider heutzutage die Situation, in der wir uns alle befinden, diese Einsamkeit-Epidemie, diese soziale Desintegration, diese Disconnection, wo jeder stundenlang am Computer oder am Telefon am Handy ist, aber keine 30 Minuten für den Nachbarn hat oder seine Nachbarn nicht besucht oder die Geschwister in der Gemeinde einlädt oder sich in den Häusern versammelt, einen Tee trinkt. Das war so unsere Elterngeneration, dass Kinder draußen spielen. Alles ist sehr strukturiert, alles ist sehr fragmentiert, alles ist sehr segregiert. Und das hat diese Liebe, ja, das hat diese Liebe geschwächt, diese soziale Liebe, diese soziale Gemeinschaft, diese sozialen Verbindungen sind alle sehr schwach heutzutage. Ich sehe das die ganze Zeit in der Gemeinschaftsarbeit. Viele Menschen sind einsam und das sind nicht nur nicht Muslime. Ich sehe das in meiner Nachbarschaft. Die Menschen besuchen sich nicht, die Menschen haben keine Zeit voreinander. Alles ist sehr strukturiert, man hat lange Arbeitstage, man hat lange Arbeitswarten, man ist müde oder man will dann einfach nur zu Hause sein und man fühlt sich nicht, man hat diese Energie nicht und dies und das. Jeder hat seine Gründe, aber wenn wir uns die Sira anschauen, das Leben des Propheten, es geht nicht darum, ob man die Energie hat oder ob man das richtige Gefühl hat oder ob man Freude hat, man weiß, das ist eine Verantwortung, diese Liebe zu ernähren, zu stärken, zu nähern, diese sozialen Bindungen, die Liebe zur Natur, die Liebe zur Schöpfung, all diese Bindungen sind sehr schwach heutzutage, sind sehr, sehr verwundet. Und ich spreche mit Geschwistern aus der Türkei, hier in Amerika, in Deutschland. Und leider sind diese Bindungen der Liebe, diese sozialen Bindungen, die Menschen, wir haben leider die Wichtigkeit verloren. Wir haben uns verloren in diesen unsinnigen Dingen, diese ganzen, diesen vollgestopften Tagesablauf, wo wir noch nicht mal Zeit füreinander haben, zusammen einmal die Woche Tee zu trinken, gemeinsam zu beten, unsere Kinder auf der Straße spielen zu sehen. Also wenn es Geschwister gibt, die das noch haben, dann seid ihr sehr gesegnet. Aber für die meisten von uns heißt es, dass man extra Energie investieren muss, extra Zeit, dass man sagt, das ist wichtig. Und ich muss dafür Zeit aufbringen jede Woche. Ich muss Zeit mit meinen Eltern verbringen, ich muss Zeit mit meinen Geschwistern verbringen. Allah erwartet von mir, diese Verbindung der Liebe zur Nachbarschaft, zur Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, dass man sich gegenseitig in seinen Häusern besucht und nicht nur in der Moschee für zwei Sekunden miteinander redet, dass man dann, dass man das in seinen Tagesablauf, in seinen Wochenablauf einbaut, dass man diese heilige Wichtigkeit erkennt. Und alles im Propheten SM schaut auf diesen sozialen Aspekt. Wenn man diesen sozialen Aspekt verliert, wenn man diesen präventiven, wenn man diesen präventiven Schutznetz nicht hat, dieses soziale, dieses präventive Sozialnetz, dieses spirituelle Sozialnetz, dann wird man natürlich nicht einfach. Und Kinder und Erwachsene sind soziale Wesen, wir sind soziale Wesen, wir haben das hier gerade gelesen, dass wir mit allem verbunden sind und wir müssen diese Verbindung hegen, wenn wir sie schwächen, dann schaden wir uns am Ende. Und heutzutage sehen wir ja Xenophobia, Rechtsextremismus, Extremismus, aggressiver Nationalismus, all diese Dinge sind soziale Krankheiten, sind spirituelle Krankheiten des Herzens. Dieser Rassismus, dieser Extremismus, dieser aggressive Nationalismus, dieser Sexismus, all diese Dinge, all diese Ismen sind spirituelle Krankheiten des Herzens. Wenn man zusammenkommt, wenn man versucht, mit verschiedenen Menschen zusammenzukommen, ihre Geschichte zu hören, sie anzuhören, ihre Erfahrung, dann versteht man, wie die Menschen, woher die Menschen kommen. Dann entwickelt man auch mehr Empathie und Barmherzigkeit. Dann ist man nicht mehr so schwarz-weiß-Mentalität. Man sieht viel mehr Grau und Nuance und Komplexität. Und man hat viel, viel mehr Verständnis füreinander, man hat auch viel mehr Respekt für einander. Man hat viel mehr Achtung für einander. Auch wenn man verschiedenen Glaubensgemeinschaften angehört, verschiedenen Nationalitäten, verschiedenen Gruppen. Wenn man sich begegnet, wie alle Studien bezeugen und bestätigen, werden viele negative Gefühle, negative Haltungen minimalisiert. Das heißt, es ist in dieser menschlichen Begegnung, wo diese Liebe wieder auferwacht, wo man denkt, dieser Mensch hat so viele Gemeinsamkeiten mit mir. Ich habe eine Verbindung mit ihm. Dieselbe Sprache, dieselben Gefühle, dieselben Einsichten. Und natürlich gibt es Unterschiede, aber dennoch gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten, weil wir alle, wie wir durch die Hatsch erfahren, wir sind alle eine Menschheitsfamilie. Wir alle haben dieselben Bedürfnisse, Bedürfnis zur Zugehörigkeit, dazu zu gehören, ein Bedürfnis, geachtet zu werden, respektiert zu werden, geschätzt zu werden, gewürdigt zu werden. Wir wollen alle das Beste für unsere Familien, Schutz, Sicherheit, Achtung, Respekt. Wir wollen alle für unsere Kinder Gelegenheiten, eine Zukunft. Wir wollen Bedeutung und Tief in unserem Leben. Wir wollen alle, wir sind alle auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Das ist diese gemeinsame Menschheitserfahrung. Die Gefühle sind diese Einsamkeit, Liebe, Neugier, Neid, Hass. Die Befürchtungen, die Ängste. Wenn man den Menschen zuhört, wenn man sich einander wirklich authentisch begegnet, dann sieht man, wie all diese ganzen Stereotypen und negativen Vorurteile alle abfallen. All diese ganzen negativen Aspekte mit Allahs Barmherzigkeit fallen dann weg. Das heißt, wir haben diese Verbindung. Wir sind eine Menschheitsfamilie und nach islamischer Tradition oder nach islamischen Quellen wurde die Kaaba, dieses schwarze Haus in der Mitte, die für alle Gläubigen in der ganzen Welt, so dieser gemeinsame Fokus, diese gemeinsame, wie sagt man, die gemeinsame Kabbala, der gemeinsame Fokus-Konzentrationspunkt ist, erinnert uns daran, dass wir alle, dass wir alle im Grunde genommen die gleiche Basis haben, dass wir alle von dieselben Quelle, heiligen Quelle entstammen, unseren Ursprung haben. Es ist unwichtig ist, ob wir Schwarz, Weiß, Gelb, Frau, Mann, reich, arm, gebildet, ungebildet, all diese Dinge sind für Allah unwichtig. Was wichtig ist, ist unser Herz, die innere Rein hat und unsere Liebe zu Allah, unsere Aufrichtigkeit, unsere Takwa, unser Gottesbewusstsein und unsere guten Taten. Unsere guten Taten füreinander. Und wie sehr wir uns füreinander aufopfern, wie sehr wir uns einander unterstützen, Solidarität zeigen und dass wir immer dieser Kaba, diesen Punkt der Einheit niemals vergessen. Da der Mensch die vielseitigste Frucht dieses Kosmos ist, ist die Liebe, die den ganzen Kosmos umhüllen kann in sein Herz, dass der Kern dieser Frucht ist hineingelegt. Eine solche grenzenlose Liebe kann nur derjenige verdienen, der grenzenlose Vollkommenheit besitzt. Das heißt, die Liebe, die allein in unser kleines Herz gelegt hat, in unser metaphysisches Herz, nicht das materielle Herz, aber dieser metaphysische Aspekt des Herzens. Diese Liebe ist grenzenlos. Keiner kann sagen, ich bin erschöpft zu lieben. Oder ich bin müde von dieser Liebe, ich bin erschöpft. So was gibt es nicht. Diese Liebe ist grenzenlos. So grenzenlos, dass der Mensch sogar Neugier hat, die Galaxien zu erkunden, auf den Mond fliegt, auf den Mars liegt. Das ist so diese Verbindung, diese Neugier, diese Liebe. Aber diese grenzenlose Liebe kann nicht in ein Glas passen. Diese grenzenlose Liebe, die Vollkommenheit, Perfektion sucht, wie Ibrahim alayam, findet am Ende Allah. Allah ist der Unvergängliche, der Grenzenlose, der Endlose, der Beständige, Al-Wahri, hu al-wari. Derjenige, der niemals stirbt, der einen niemals verlässt, der vollmen ist, einen niemals enttäuscht, einen niemals im Stich lässt. Menschen können einen verletzen, Menschen können einen im Stich lassen, Menschen können fehlbar sein, aber Allah ist nichts. Allah ist Subhan. Er ist der Heilige, derjenige, der frei von Imperfektion, von Fehlern, von all diesen Dingen fern ist. Allah ist Subhan, Allah is SubhanAllah. Keine Defizite, keine Imperfektion, keine Fehler, keine Verletzung. Das ist so diese Ausrichtung des Herzens. Und wir suchen diese Liebe. Wir denken, wenn wir so diese Checklist runtergehen, dann finden wir diese Liebe, oh, ich bin Single, ich bin alleine, ich heirate, dann wird mein Herz befriedigt sein. Dann merkt man, man hat geheiratet, die Euphorie geht runter und man sieht die Fehler des Menschen, man sieht seine Imperfektion, man sieht seine Schwächen, man sieht seine Enttäuschung, man sieht seine fehlbaren Haltungen und dann ist das Herz wieder enttäuscht und sagt, das ist nicht derjenige, den ich wollte. Dieser Mensch ist ein Mensch. In unserer Natur ist es fehlbar zu sein, Sünden zu begehen, zu enttäuschen, zu verletzen. Möge Allah uns davor beschützen. Natürlich sollten wir uns bemühen, von diesen Dingen fern zu sein und diese Liebe gegenüber anderen Menschen gut und gesund auszudrücken. Aber manchmal ist das halt nicht der Fall. Oder oft. Und deswegen ist Allah der Vergebende, Al-Rafar, Al-Satar, derjenige, der unsere Fehler bedeckt, unsere Schwächen bedeckt. Damit unsere Liebsten uns auch und unseren und auch, dass wir einander vergeben. Dass auch wir einander vergeben. Das ist auch so diese Botschaft der Hajj. Wir können alle miteinander leben, solange wir unser Bestes zeigen. Barmherzigkeit, Geduld, Sanftmütigkeit, Vergebung, Weisheit, Flexibilität, all diese Dinge, all diese Charaktereigenschaften kommen auch durch die Hajj nochmal zur Offenbarung. Alhamdulillah. Wohl an den, oh Seele, oh Freund, zwei Organe, die dem Menschen Angst, Rauf und Liebe vermitteln, sind in seiner Natur, in seiner Futra vorhanden. In jedem Fall werden diese Liebe und diese Angst, dieser Rauf, entweder auf die Schöpfung oder auf den Schöpfer hinausgerichtet sein. Das heißt, wir haben, die Entscheidung liegt bei uns, entweder lieben wir den Schöpfer und haben diese Takwa, diese gesunde Furcht vor dem Schöpfer vor Allah, oder wir kanalisieren diese Liebe oder vergeuden diese Liebe an die Schöpfung. Und die Schöpfung kann niemals diese grenzenlose Liebe befriedigen. Und natürlich, Liebe und Angst gehen immer gemeinsam. Man hat Angst, das zu verlieren, was man liebt. Man hat Angst, das zu verlieren, was man liebt. Das heißt, wenn man liebt, hat man auch immer die Furcht, die Angst, denjenigen zu verlieren. Es geht nicht anders. Liebe und Angst sind immer zusammen. Aber man muss sich auch hier entscheiden, ob man Angst vor der Schöpfung hat oder sagt, ja, Allah, ich suche Zuflucht bei dir. Ich habe Angst, dass ich mein Kind verliere. Ich habe Angst, dass mein Kind auf die schiefen Bahn gerät. Ja, Allah, ich habe Angst vor so vielen Dingen. Ich habe Angst, krank zu werden, ich habe Angst vor all diesen Gefahren in der Welt. Aber wo kann man hin mit seiner Angst? Ich habe Angst, meinen Beruf zu verlieren, ich habe Angst, arm zu sein, ich habe Angst vor Konflikten mit anderen Geschwistern oder in der Familie. Oder ich habe Angst vor diesem Lehrer oder diesem Professor oder diesem Direktor. Wohin geht man mit seiner Angst? Wer ist derjenige, der die Sprache spricht oder all die Dinge, die einem Angst einflößen, kontrollieren kann? Allah, unser Schöpfer, derjenige, der über alles Kontrolle hat. Das heißt, wenn wir ihn gefunden haben, haben wir alles gefunden. Wir sind befreit, ständig zu zittern und unsere Angst zu verschwenden. Das heißt, dass man diese Angst, dass man diese Zuflucht bei Allah sucht. Angst ist auch dieses kraftvolle Gefühl. Und dass man weiß, dass Allah derjenige ist, der mein, der all das, was ich liebe, beschützt. Und all das, wo ich Angst habe, es zu verlieren, in Sicherheit bringen wird. Ich liebe mein Kind, ich liebe meinen Ehemann, ich liebe meine Eltern, ich liebe meine Gesundheit, ich liebe meinen Besitz, ich liebe mein Haus. Ich habe Angst, all diese Dinge zu verlieren. Ja, Allah, du bist derjenige, der alles beschützt, alles kontrolliert, alles verewigen kann, alles wieder zurückgeben kann, in der besten Weise. Ich kann mich nicht beschützen und ich kann auch nicht all diejenigen, die ich liebe, beschützen. Aber du kannst sie erreichen. Du bist derjenige, der alle versorgt, mit allen an jedem Ort gemeinsam präsent ist. An dich widme ich mich. Das ist diese fundamentale Erkenntnis, diese Erkenntnis über Allah, wo man die Angst vor der Schöpfung wieder delegiert zum Schöpfer. Dann ist man von all diesen Dingen auch befreit. Diese Befreiung von der Angst und von all diesen Gefahren. In Wirklichkeit ist aber die Angst vor der Schöpfung eine leidvolle Plage. Auch ist die Liebe zur Schöpfung. Das heißt, ihr verfallen zu sein, ein lästiges Unglück. Denn du hast Angst vor denen, die keine Barm mit dir haben oder deine Bitte nicht entgegennehmen. In diesem Zustand ist die Angst eine leidvolle Plage. Das heißt, die Angst ist ein gesundes Gefühl, ein hilfreiches Gefühl, Emotion. Aber wenn wir sie auf die Schöpfung lenken, dann wandelt sich diese Angst in eine destruktive Emotion um. Das heißt, ist dann nicht mehr hilfreich, das ist sogar harmvoll. Das heißt, schadet einem, ist schädlich, weil man die ganze Zeit mit Angst lebt und man hat so wenig Kontrolle. Und ich glaube, das ist so das, was uns Angst macht. Diese Erkenntnis, dass wir eigentlich überhaupt gar keine Kontrolle haben über so viele Dinge. Ein Virus kommt und kann dich ausschalten. Und ja, man ist dann für Wochen im Bett und krank. Aber Allah ist derjenige, der alles kontrolliert. Und wenn alles in seinem Namen passiert, hat das auch alles eine Bedeutung, eine Weisheit. Aber man kann sein Leben nicht mit Furcht begehen. Man kann sein Leben nicht in Furcht und Panik und Angst erleben. Und das ist, was wir heutzutage als Anxiety, als Angxiety benennen. Diese Angst vor Dingen, die passieren könnten, aber noch nicht passiert sind und dass wir da unsere Angst verschwenden. Was wäre, wenn das passiert? Was passiert, wenn das? Diese Dinge passieren noch nicht und wir haben schon Angst, wir kreieren dieses Szenario in unserem Kopf. Was wäre, wenn das passiert? Und das allein, diese Ungewissheit und Unsicherheit, die uns verrückt macht. Und deswegen, wenn man aber weiß, dass Allah das Ziel und dass Allah derjenige ist, der meine Zukunft bestimmt und meine Sicherheit bestimmt und die Zukunft kontrolliert. Und alle Geschöpfe im Universum, dann ist man befreit von dieser Angst, Alhamdulillah. Um abzuschließen, was aber die Liebe betrifft, so kennt das, was du liebst, dich entweder nicht und geht, wie deine Jugendzeit und dein Besitztum. Das ist, was ich vorhin erwähnt habe, dass unsere Jugend, unser Besitz, unser Reichtum, unser Geld, unsere Karriere, unser Haus, unser Garten, unsere Wohnung, all die Dinge, für die wir gearbeitet haben, die wir lieben, mit denen wir eine Bindung haben, die wir schätzen, all das ist instabil, ist vergänglich. Wir haben es heute, wir können es morgen verlieren. Und ohne einen auf Wiedersehen zu sagen, verabschieden sich diese Dinge. Unsere Schönheit, unsere Gesundheit ist vergänglich. Wir können diese Dinge nicht für immer bewahren oder besitzen. Wir können, ja, es ist gesund und gut, dass man natürlich auf sich Acht gibt, dass man seine Gesundheit stärkt, dass man seinen Körper trainiert, dass man ins Fitnesscenter geht, dass man sich in Form hält. Aber am Ende des Tages, all diese Dinge, die größten Sportler, werden auch sterben. Das heißt, diese Illusion, dass man irgendwie sein Leben verlängern oder dass man irgendwie die Ewigkeit bekommen kann in dieser vergänglichen Welt. Ist was eine Illusion, es ist eine Verleugnung, es ist die Augen zu verschließen vor dieser Wahrheit. Wir können all die Stunden im Fitnesscenter verbringen, all unser Geld in Botox, Behandlungen und ästhetische Operationen, aber am Ende müssen wir akzeptieren, dass unser Körper, unsere Gesundheit, unsere Schönheit, dass all das nicht ewig ist, sondern vergänglich ist. Und dass man sich dann darauf vorbereitet und sich fragt, wie kann ich diese Dinge verewigen. Und es gibt diese Lösung. Und diese Lösung ist durch die göttliche Offenbarung. Wenn man Allah folgt, dann hat man eine sichere Zukunft. Aber hier in dieser Welt gibt es diese sichere Zukunft nicht. Man kann all die Versicherungen abschließen, die man will. Man hat keine Versicherung. Hier in dieser Welt hat Allah uns unsere Versorgung garantiert. Er wird auf uns aufpassen und uns ernähren, uns beschützen. Aber die Ewigkeit, das Jenseits, dafür haben wir keine Garantie. Wie wir diese Geschichte beenden, ist in unserer Hand. Wie wir unsere Story schreiben, unsere Geschichte schreiben am Ende, ob wir ein schönes Ende schreiben, ist unsere Verantwortung. Das Jenseits, das hat Allah offen gehalten, da gibt es keine Sicherheit, denn er hat uns mit dieser großen Verantwortung beauftragt, dass wir entscheiden, welche Wege wir gehen, welche Entscheidungen wir treffen. Das heißt, wir haben diesen freien Menschheitswillen zu entscheiden, welche Optionen wir auswählen. Das heißt, alles verlässt uns oder beleidigt dich wegen deiner Liebe. Siehst du denn nicht, dass sich 99% der weltlichen Liebhaber über ihre Geliebten beschweren? Ja. Jede Beziehung, jede romantische Liebe, jede romantische Beziehung, jede Partnerschaft, jede Freundschaft. Es wird immer Dinge geben, die nicht perfekt sind. Es wird immer die Dinge geben, die einen ärgern, die einen verletzen, die einen enttäuschen. Aber man kann das auch akzeptieren, wenn man immer Allah im Blickwinkel hat und versteht und die Tatsache akzeptiert, dass alle Menschen kompliziert sind und ihre, dass wir alle unsere Fehler haben und Schwächen haben. Und das heißt nicht, dass man alles toleriert, sondern dass man mehr den Menschen als Mensch sieht und nicht als perfektes Idol. Und dass man auch versucht, sein Netzwerk, seine Kreise, dass man viele Menschen in seinem Leben hat und nicht nur auf einen Menschen fixiert ist und erwartet, dass dieser Mensch alles perfekt liefert, alle Bedürfnisse befriedigt, alle Wünsche erkennt. Beziehungen ändern sich, Beziehungen evolvieren, Beziehungen verändern sich, Beziehungen enden. Das ist einfach auch eine Tatsache. Und dass man das dann auch akzeptiert. Menschen verändern sich, Beziehungen verändern sich und eine Beziehung, die einem vor zehn Jahren geholfen hat, ist vielleicht nicht mehr nützlich, weil man sich auch verändert. Ehepaare verändern sich. Und wenn man 50, 70 Jahre zusammenlebt, natürlich verändert man sich. Das ist nicht immer die Euphorie, die man in den ersten zwei Jahren hatte. Diese Beziehung zwischen Ehepartnern verändert sich. Es ist nicht immer dieses hundertprozentige, romantische, euphorische Gefühl. Das sind so Jahreszeiten, die Allah in seiner Barmherzigkeit kreiert und aber die auch vergänglich sind. Und man muss das auch akzeptieren. Denn mit dem Innern des Herzens, welches der Spiegel dessen ist, dessen alle und alles bedürfen, ersammert, das heißt, Allah ist derjenige, der Einzige, der auf unserem Herzensthron sitzen darf. Die weltlichen, Götzenjähnlichen Geliebten anzubeten, ist in den Augen dieser Geliebten hässlich. Sie finden es lästig und lehnen es ab. Die natürliche Fatra Beschaffenheit lehnt alles ab, was unnatürlich und ungebührlich ist und verwirft ist. Die sinnliche Liebe soll hier außer Betracht bleiben. Subhanakal im Alanailama alamtana in nekantalalim al hakim.